Mitarbeitende beim Umgang mit Stress am Arbeitsplatz unterstützen

Was tun, wenn Mitarbeitende Stress bei der Arbeit melden?

Stress gehört seit jeher zum Arbeitsleben, doch HR-Teams und Führungskräfte spielen heute eine viel größere Rolle dabei, ihn im Griff zu behalten. Was also tun, wenn Ihnen Mitarbeitende sagen, dass sie bei der Arbeit gestresst sind? Und wie können Sie Stress reduzieren, bevor es so weit kommt? Dieser Leitfaden behandelt beides.

Was tun, wenn Mitarbeitende sagen, dass sie bei der Arbeit gestresst sind?

  1. Zuhören und ernst nehmen. Suchen Sie einen ruhigen, ungestörten Moment für das Gespräch. Bedanken Sie sich für die Offenheit und vermeiden Sie es, das Gesagte zu bewerten oder herunterzuspielen.
  2. Ursachen verstehen. Liegt es an der Arbeitslast, unklaren Erwartungen, einer schwierigen Beziehung, fehlendem Handlungsspielraum, Veränderungen im Unternehmen – oder an etwas außerhalb der Arbeit?
  3. Praktische Änderungen vereinbaren. Setzen Sie Prioritäten neu, passen Sie Fristen an, bieten Sie Flexibilität oder klären Sie die Rolle. Kleine, konkrete Änderungen helfen oft am meisten.
  4. Auf Unterstützung hinweisen. Verweisen Sie bei Bedarf auf ein Mitarbeiterunterstützungsprogramm (EAP), Beratung, den betriebsärztlichen Dienst oder eine Ärztin bzw. einen Arzt.
  5. Nachfassen. Vereinbaren Sie nach ein bis zwei Wochen ein Folgegespräch, um zu sehen, ob sich die Lage bessert.
  6. Das große Ganze betrachten. Wenn mehrere Personen ähnlichen Stress melden, liegt die Ursache wahrscheinlich in der Arbeitsorganisation. In vielen Ländern sind Arbeitgeber zudem gesetzlich verpflichtet, arbeitsbedingte Stressrisiken zu beurteilen und zu steuern.

Wenn jemand Anzeichen einer ernsthaften Belastung zeigt, ermutigen Sie die Person, sofort professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Warnsignale für Stress am Arbeitsplatz

  • mehr Krankheitstage oder häufigeres Zuspätkommen
  • Reizbarkeit, Rückzug oder Konflikte mit Kolleginnen und Kollegen
  • Konzentrationsprobleme oder mehr Fehler als sonst
  • sehr lange Arbeitszeiten oder nie abschalten können
  • Müdigkeit und Klagen über Schlafprobleme

6 Wege, Stress am Arbeitsplatz vorzubeugen

1. 1. Lassen Sie Wochenenden Wochenenden sein

Viele von uns checken abends und am Wochenende aus Gewohnheit E-Mails. Ändern Sie die Norm: Vereinbaren Sie, dass nicht dringende Nachrichten bis Montag warten. Manche Länder sind weiter gegangen – Frankreich hat ein „Recht auf Nichterreichbarkeit“ eingeführt, das größere Unternehmen verpflichtet, Regeln für E-Mails nach Feierabend zu vereinbaren. Echte Erholung senkt Stress und Müdigkeit und hilft den Menschen, mit neuer Energie zurückzukommen.

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Walking

2. 2. Bringen Sie Pflanzen ins Büro

Grünere Arbeitsplätze sorgen für mehr Wohlbefinden. Eine Studie der University of Exeter ergab, dass Pflanzen in kahlen Büros die Produktivität um rund 15 % steigerten. Zudem ist es eine der einfachsten Veränderungen, die HR umsetzen kann.

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Gardening

3. 3. Machen Sie Pausen leicht

Stellen Sie Tee und gesunde Snacks bereit und schaffen Sie einen gemütlichen Ort für eine echte Pause – ein kleines Signal, dass Innehalten willkommen ist, besonders in den dunkleren Monaten.

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Tea

4. 4. Organisieren Sie kreative Team-Events

Gemeinsam etwas mit den Händen zu machen – malen, töpfern, kochen – ist erfüllend und gönnt dem Gehirn eine echte Pause von der Arbeit. Außerdem stärkt es die Verbindungen zwischen Kolleginnen und Kollegen. Weitere Ideen finden Sie in 25 Aktivitäten für mehr Teamgeist.

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Collective eating

5. 5. Bewegen Sie sich jeden Tag gemeinsam

Wenn kreative Team-Events schon gut gegen Stress helfen, ist gemeinsame Bewegung noch besser. Körperliche Aktivität verringert Symptome von Angst und Depression und verbessert das allgemeine Wohlbefinden – und gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen kommen Verbundenheit und Spaß dazu. Eine Challenge im Unternehmen macht daraus eine tägliche Gewohnheit statt eines einmaligen Events, und sie funktioniert auch für Remote-Teams: Sie sehen, dass sich Ihre Kolleginnen und Kollegen bewegen, auch wenn Sie nicht zusammen sind. Hier finden Sie einige Ideen für Fitness-Challenges im Büro und ein Beispiel für ein zwölfmonatiges Wellness-Programm.

6. 6. Bieten Sie Angebote für das Wohlbefinden jenseits von Fitness an

Nicht alle bauen Stress durch Sport ab. Achtsamkeits-, Schlaf- und Bildschirmpausen-Challenges funktionieren ebenfalls gut – siehe Wellness-Challenges jenseits von Fitness.

Für einen umfassenderen Plan lesen Sie unseren Leitfaden, wie Sie krankheitsbedingte Fehlzeiten reduzieren – Stress ist dabei eine der Hauptursachen.

Häufig gestellte Fragen

1. Was sollte eine Führungskraft gestressten Mitarbeitenden sagen?

Bedanken Sie sich, dass die Person das Thema anspricht, stellen Sie offene Fragen zu den Ursachen des Stresses und vereinbaren Sie gemeinsam ein oder zwei konkrete Änderungen. Fassen Sie dann nach.

2. Ist der Arbeitgeber für arbeitsbedingten Stress verantwortlich?

In vielen Ländern ja – Arbeitgeber haben eine Fürsorgepflicht und oft auch die gesetzliche Pflicht, Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz, einschließlich Stress, zu beurteilen und zu verringern. Prüfen Sie die Regeln in Ihrem Land.

3. Kann körperliche Aktivität wirklich Stress reduzieren?

Ja. Regelmäßige körperliche Aktivität verringert laut Weltgesundheitsorganisation Symptome von Angst und Depression und verbessert das Wohlbefinden.

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